Pflegekräftemangel durch Wettbewerb mit Zeitarbeit muss abgestellt werden. Ausbildungsumlage sollte auch bei Zeitarbeitsfirmen erhoben werden.

Im Rahmen meiner Sommerreise durch den Wahlkreis Celle - Uelzen habe ich in diesem Jahr den Schwerpunkt auf Einrichtungen gelegt, die einen Bezug zum Gesundheitsausschuss haben, in dem ich Vollmitglied ist.

Vielfach bin ich auf die besonders schwierige Situation in der Pflege angesprochen worden. Hier werden vorhandene Strukturen gezielt durch das Abwerben von Pflegekräften zerstört. Diese werden mit besser bezahlten Angeboten der Zeitarbeitsfirmen und Zusagen gelockt, dass sie sich künftig ihre Arbeitszeiten und den wöchentlichen Einsatz aussuchen können. So sehr ich jede Entscheidung einer Pflegefachkraft verstehe, ein solches Angebot anzunehmen, muss man doch feststellen, dass damit die verbleibenden Mitglieder in einem Pflegeteam zusätzlich belastet werden. Es kann nicht richtig sein, dass bisherigen Mitarbeitende aufhören und am nächsten Tag als Zeitarbeitende wiederkommen, ohne Nachtschicht, ohne Wochenenddienst und trotzdem mehr Geld bekommen. Dabei ist jedem klar, am meisten verdienen die Zeitarbeitsfirmen an dieser Situation!.

Ungerecht ist dabei vor allem, dass Zeitarbeitsfirmen davon profitieren, dass andere die Kosten der Ausbildung getragen haben. Aus den Gesprächen ergeben sich drei Lösungsmöglichkeiten, die ich in die Debatte im Gesundheitsausschuss einbringen möchte.

Der erste Vorschlag: die Kräfte der Zeitarbeitsfirmen nicht mehr als Fachkräfte in den Einrichtungen werten. Begründbar ist das damit, dass für die Überprüfung der formalen Voraussetzungen die Zeit fehlt und die Einrichtungen das gar nicht bei einem „Blitzeinsatz“ leisten können.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die möglichen Kosten auf maximal 20% zusätzlich gegenüber den Tariflöhnen zu begrenzen.

Schließlich die Forderung, dass die Zeitarbeitsfirmen, die Pflegefachkräfte anheuern, in die in den Ländern etablierte Ausbildungsumlage für die Ausbildung von Pflegefachkräften einbezogen werden. Gerade diese Einbeziehung der Zeitarbeit in die bestehenden Umlagesysteme halte ich für selbstverständlich und zwingend erforderlich. Nur so können die Kosten für die Ausbildung gerecht verteilt werden. Das könnte zu mehr Gerechtigkeit und zu einer Eindämmung dieser Praxis führen.

Mit meiner ersten Sommertour durch den Wahlkreis Celle – Uelzen bleibe ich in engem Austausch mit den Menschen und Einrichtungen vor Ort. Ich bin erster Ansprechpartner für die Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger und dankbar für die Gespräche. Den Anregungen verleihe ich eine Stimme in Berlin und bringe sie gerne in die Debatte im Deutschen Bundestag ein.

Während der letzten beiden Wochen besuchte ich unter anderem folgende Einrichtungen in den Landkreisen Celle und Uelzen: Lebenshilfe Celle, Kinderschutzbund Celle, Kinderschutzbund Uelzen, Vitorium Uelzen, Malteser Celle, Sozialpädiatrisches Zentrum Celle, Johanniter Rettungswache Beckedorf, DRK-Seniorenresidenz Hermannsburg, DRK Uelzen, Hospiz Celle, Hospiz Uelzen, Psychiatrisch Psychosomatische Klinik Celle, Psychiatrische Klinik Uelzen, ZukunftsPFLEGEnetz, SoVD Kreisverband Celle, CMS Pflegewohnstift Franz-Guizetti-Park.